Ein klein wenig möchte ich mit meinen Geschichten zu den Tall Tales Bücher vorankommen.
Es ist Sommer. Wie sah das früher in den Sommerferien aus? Urlaubsreisen? Flüge nach sonstwohin? Nein, das gab es nicht.
Ich erinnere mich daran, dass meine Eltern mit meinem Bruder und mir für 3 Tage eine Rhein-Mosel-Ahr-Fahrt gemacht haben. Nicht mit dem Auto. Nein. Ein Auto hatten wir nicht. Da wurde eine Fahrt mit dem hiesigen Busunternehmen gebucht. Für diese Reise wurde eigens ein Koffer angeschafft. Ein brauner Lederkoffer. Diese Fahrt war die einzige Reise in dem Sinne, die wir in meiner Kindheit unternommen haben.
Abgesehen von zwei Tagestouren. Auch wieder mit dem Bus. Und da ging es einmal in den Tierpark Hagenbeck nach Hamburg. Das war schon aufregend die ganzen Tiere zu sehen. Besonders beeindruckend fand ich die Elefanten und die Affen.
Und eigentlich sollte das entsprechende Buch auch einen Elefanten zeigen. Aber ich gestehe, beim Zuschneiden des ohnehin knappen Stoffstückes ist mir ein Mißgeschick passiert. Deshalb zeige ich hier ein Buch mit einem Zebra.
Also keine großen Reisen. Wer konnte sich das schon leisten? Wir Kinder spielten im Garten.
Ich denke, dieses Foto ist 1949 bei uns im Garten entstanden. Es zeigt meine Eltern mit meinem jüngeren Bruder und mir. Wer nicht fehlen durfte, war meine Freundin Uschi (ganz links zu sehen). Uschi ist ein Jahr älter als ich und wir sind bis heute befreundet.
Aber ich möchte ja noch eine Geschichte zu dem braunen Lederkoffer erzählen. Richtig auf Reise gegangen ist er erst viel später, als ich die ersten "Reisen" unternommen habe.
Aber zweimal im Jahr hatte dieser Koffer doch seinen Auftritt. :-) Bei uns im Ort gab es nicht so viele Geschäfte und deshalb auch nicht viel Auswahl für Bekleidung. Es wurde viel selbst genäht. Aber manchmal musste man halt auch etwas kaufen. Deshalb sind wir einmal im Frühling und einmal im Herbst in das ca. 36 km entfernte Bremen zum Einkaufen von gefahren. Meine Eltern, mein Bruder und ich.
Zeitig am Samstag vormittag ging es zum Bahnhof, Fahrkarten wurden gekauft und das erste Ziel war immer das Restaurant bei Karstadt. Da wurden Getränke bestellt und das mitgebrachte Butterbrot wurde ausgepackt und wir haben uns gestärkt. Ja, das war damals noch möglich. Man konnte sich noch Brote zum Verzehr mitbringen. Heute undenkbar.
Vier Personen zum Einkauf. Da kam schon etwas an Tüten und Taschen zusammen. Auch wenn die Anzahl der Kleidungstücke pro Person schon begrenzt war.
Mein Vater musste die meisten Einkäufe tragen und das wurde ihm irgendwann zu viel. Und jetzt kommt der braune Lederkoffer ins Spiel. :-) Der wurde morgens leer mit nach Bremen genommen (was für viel Verwunderung bei Bekannten sorgte, denen wir unterwegs auf dem Weg zum Bahnhof begegneten. Oh, Familie M. fährt in Urlaub? Nein, Familie M. fährt einkaufen.). Der Koffer wurde dann in Bremen bei der Sammelkasse bei Karstadt deponiert. Wir machten relativ stressfrei unsere Einkäufe. Alle Tüten mit den bereits gekauften Artikeln wurden zwischendurch immer wieder an der Sammelkasse abgegeben und wanderten in den Koffer. Ich finde, mein Vater hatte da eine wirklich geniale Idee.
Schuhe wurden allerdings vor Ort gekauft. Bei Salamander Meier. Da gab es eine gute Auswahl an ordentlichen Schuhen. Um die passende Größe herauszufinden, wurden die Füße durchleuchtet. Heute undenkbar! Damals galt das als der neueste Schrei. Gedanken um die Folgen hat sich niemand gemacht.
Bald geht es mit den Geschichten zu den nächsten Büchern weiter. Ich verrate euch mal was. Das Top für den Tall Tales Quilt ist ja schon fertig!!!! Und ich nähe und nähe und nähe .....
Ausgebremst wurde ich nur durch einige Arztbesuche und das ausgerechnet an den heißesten Tagen der Woche. Da muss man durch.
Macht es gut, behaltet den Überblick und bleibt gesund.


Liebe Renate, das ist wieder so eine schöne Buchgeschichte. Also wenn es nach mir geht kannst du jede Woche deine neu genähten Bücher zeigen und die dazugehörige Geschichte schreiben. Ich lese solche Geschichten so gerne. Sie gehören zu unserem Leben wie unsere Namen. Bleib gesund. Es grüßt dich herzlich Rela
AntwortenLöschenDankeschön. Es gibt noch so viele Geschichten. Ich muss schauen, ob ich immer die passenden Bücher habe. LG Renate
LöschenHallo Renate,
AntwortenLöschenDanke für die schönen Geschichten.
Kommt mir alles sehr bekannt vor. Auch meine Eltern hatten es "nicht so dicke". Meine Mutter strickte viel und mein Vater (gelernter Schneider) nähte Kleidung für uns alle. Und 2mal im Jahr bekam ich eine Lederhose. Eine kurze für den Sommer, eine Knickerbocker für den Winter, weil die eben länger hielten, als Stoff.
Meine Lieblingsgeschichte: Meine Mutter strickte mit ihrer Schwester zusammen ihr Brautkleid (1948) und nach der Hochzeit wurde das wieder aufgeribbelt und Unterwäsche daraus gestrickt!
Irgendwo habe ich noch ein Foto von dem Hochzeitskleid; lang und mit Tellerrock. Wunderschön!
LG Doris :o)
Oh, eine Lederhose hatte ich nie. Ich hatte Hosen aus den alten Umhängen für Postboten.
LöschenLG Renate
Auch von mir, DANKE!!!!!! Ich bin zwar etwas jünger, als du, aber bei uns war es genau so. Urlaub waren Ferien, Wald und Besuche von Verwandten. Mit dem Besuch wurden dann Ausflüge unternommen, auch mit dem Zug. Da ging es meist zur Schneekoppe oder in die Adersbacher Felsen. Einmal im Jahr fuhren wir auch in den Zoo nach Königenhof. Heute tatsächlich undenkbar.
AntwortenLöschenLG Eva
Das Leben war einfacher, aber auch schön.
LöschenLG Renate
Vielen Dank für die schönen Geschichten. Ich bin auch etwas jünger als du und wir sind mit einem Käfer immer zu viert zum Zelten an die Ostsee gefahren. Mein Vater hatte zusätzlich eine Angelausrüstung dabei. Wie das alles im Käfer verstaut wurde, ist mir ein Rätsel, aber ich habe es geliebt....
AntwortenLöschenFreue mich schon auf weitere Bücher..
LG Claudia aus dem Ruhrpott
Oh ja, der gute alte Käfer. Dazu kommt in einem anderen Buch noch eine Geschichte.
LöschenLG Renate
Hallo Renate,
AntwortenLöschenwieder ein sehr schönes Buch ist entstanden. Schade, dass es mit dem Elefanten nicht geklappt hat, ich liebe Elefanten. Bei dem Zebra musste ich spontan an Hatari denken, den Film habe ich am Sonntag im Kino in einer Sondervorstellung gesehen.
Dass kenn ich aus meiner Kinderzeit auch noch, Urlaub und wegfahren, nein, wir haben Tagesausflüge unternommen. Da wurde morgens in aller Frühe gestartet, Essen und Trinken wurde mitgenommen und dann wurde unterwegs auf Rastplätzen gepicknickt. Wenn wir verreist sind, dann zur Verwandtschaft in die Niederlande und dass auch nur für 2-3 Tage.
Liebe Grüße, Manuela
Ich habe mich auch sehr geärgert, dass ich das Buch mit dem Elefanten ruiniert habe. Aber so ist das leider.
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Renate
Liebe Renate, vielen Dank für deinen Rückblick. Ja, bei uns war es genauso. Urlaub zuhause. Ab und an einen Ausflug mit dem Rad oder Bus oder Bahn und zwei Mal pro Jahr sind wir zum Einkaufen in die Stadt gefahren. Als wir dann mehr Geld hatten, sind wir auch immer zum Ausverkauf gefahren. Da war nur zwei Wochen im Jahr Ausverkauf - nicht so wie heute, wo man den Überblick verliert. Und da wurde dann bereits die Kleidung für die kommende Saison gekauft - also eine Nummer größer. Unser Leben war bestimmt nicht so reich an Waren, aber reich an Erfahrungen und Erlebnissen. Ich erinnere mich gerne an eine unbeschwerte Kindheit mit vielen Tagen voller Lachen und Leben. LG Karin
AntwortenLöschenLiebe Renate,
AntwortenLöschendanke für deine liebe Geschichte zum Buch. Damals waren die Zeiten anders, aber trotzdem schön. Man wusste das, was man hat, zu schätzen, und solche Ausflüge waren etwas Besonderes. Die Idee mit dem Koffer war sehr durchdacht, dein Vater war ein kluger Mann.
Bleib gesund, liebe Renate, und liebe Grüße, Erna
Liebe Renate,
AntwortenLöschengut, dass Du den Blog hast und zu Deinen Buchblöcken immer die Geschichten dazu erzählst, so bleiben Deine Erinnerungen lebendig. Hast Du schon einmal überlegt, von diesem Quilt ein Fotobuch zu machen und darin die Blöcke und Deine Geschichten für Deine Kinder oder Enkelkinder zu bewahren? Als ich Kind war, sind wir mit meinen Eltern häufig in den Urlaub gefahren und ich war oft in den Ferien bei meinen Großeltern, diese Zeit habe ich geliebt. Wir selber fahren nicht so oft und nicht so weit weg, ich mag die langen Fahrten nicht. Vielleicht werden es die Kinder irgendwann vermissen, dass wir mit ihnen nicht in's Ausland geflogen sind, aber ich denke, dass wir trotz allem immer einen schönen Urlaub verbracht haben, egal ob zu Hause oder unterwegs (und was muss ich ins Ausland fliegen, um dann drei Wochen nur am Pool zu liegen?).
Liebe Grüße Viola
Liebe Renate, das Zebra wird sich gut wohl fühlen im Bücherquilt, auch ohne den Elefanten ;-)
AntwortenLöschenDeine Geschichte vom Reisen, oder mehr oder weniger vom "Nicht-Reisen" gleicht meiner Kindheit und auch die halbjährliche Reise zum Einkauf (Bahnbus nach Stuttgart). Der Kommentar von LintLady erinnert an die armen Zeiten nach dem Krieg. Vielleicht sollte Doris das Bild mal in ihren Blog stellen. Übrigens habe ich 1983 das Hochzeitskleid für meine Schwester genäht ;-)
LG Ursula
wie schön dein Buch und die Geschichten dazu
AntwortenLöschenmeine Mutter hat für sich und mich alles selber genäht
(dabei war sie gar keine gelernte Schneiderin )
sie nähte auch für andere Leute
da mein Vater bei der Bahn war und wir Freifahrten hatten
ging es schon mal irgend wohin
ich erinnere mich an Westerland.. an Garmisch
Besuch im Harz bei Verwandten
und in Oldenburg bei einem Freund meines Vaters
bei der Oma in Thüringen (Erntehilfe)
auch im Hagenbeck waren wir und Platen un Bloomen ;)
hach es war doch schön und ich habe nichts vermisst
liebe Grüße
Rosi