Mittwoch, 6. August 2025

Ein ganz besonderes Buch

 Heute werde ich euch von einem ganz besonderen Buch berichten.

Kennt ihr das auch? Da näht man seit Jahren, kauft die eine oder andere Sorte Nadeln für die Nähmaschine und das sammelt sich ganz schön an. Möglicherweise habt ihr sie alle fein säuberlich sortiert. Ich muss gestehen, bei mir liegt die eine Packung in der einen Schublade, die andere an ganz anderer Stelle. Ordnung ist etwas anderes.


 Hier nur ein kleiner Teil meiner Nadelsammlung. :-)

Immer wieder bewundere ich die wunderschönen Nadelbücher, die Ute von 123-Nadelei auf ihrem Blog zeigt. Eigentlich sind das keine Nadelbücher, nein, das sind Kunstwerke.

Wie groß war die Überraschung, als Ute mir vor einiger Zeit schrieb, dass sie mir ein Nadelbuch schenken möchte. Ich durfte mir sogar eines aus ihrer Sammlung aussuchen. Das fiel schwer, sehr schwer. Ein Buch war schöner als das andere. Jedes hatte seinen eigenen Reiz. 

Und vor einigen Tagen ist eines dieser Kunstwerke bei mir eingezogen. 

Es ist noch viel schöner als auf dem Foto. Guckt mal genau hin. Ein wenig Glitzer, kann nie schaden. Die unterschiedlichsten Stoffe sind verarbeitet, ganz kleine Stoffstückchen ergeben ein wunderbares Bild. Ich musste lachen, als Ute mir schrieb, dass sie früher die Restchen der anderen Näherinnen aus den Abfalleimern gerettet hat. Kenne ich das nicht auch?  Etwas gestreifter Stoff (wie Bernadette Mayr es gerne in ihren Quilts verarbeitet) darf nicht fehlen, unterschiedliche Garne, ach, was gibt es da alles zu entdecken. Und dann alles so schön abgesteppt. 

Und das Nadelbuch verdient wirklich seinen Namen. Es ist ein richtiges Buch, man kann es hinstellen. 

Und so steht es im Moment auch noch bei mir im Wohnzimmer. Im Nähzimmer ist gerade ein wenig Chaos. Naja, da bin ich mal ehrlich, "wenig" trifft den Zustand nicht. Da muss erst aufgeräumt werden. Das Nadelbuch muss sich doch auch bei mir wohlfühlen. Da stimmt ihr mir sicherlich zu. 

Aber nun schaut euch das Innenleben an. 


Da gibt es auch Platz für Nadeln, die man für das Handnähen gebraucht. Einen Einfädler und ganz besondere Nadeln hat Ute mir gleich in das Buch gesteckt. Blindennadeln! Die hatte ich noch nie. Und sie werden gute Dienste leisten. Spannend!

 

Und dann kommen die vielen Seiten mit Fächern für alle Nadeln, die man für die Nähmaschine gebraucht. Und wer viel mit unterschiedlichen Nadeln arbeitet, der kennt das folgende Problem. Welche Nadel habe ich denn jetzt gerade in der Maschine? Utes Tipp, sie markiert den Nadeltyp mit einer alten Hutnadel. Super!!! Das werde ich übernehmen.

Und neben den ganzen Fächern für die Packungen gibt es noch Platz für benutzte Nadeln, die man so auch sortiert aufbewahren kann. Dank Hutnadel weiß man zukünftig ja, wo die gebrauchte Nadel hingehört. 

Ich bin so dankbar, dass ich diese wunderschöne Kostbarkeit jetzt hier in meinem Besitz habe. Ein wunderschönes quiltiges Geschenk!

Und weil ich mich so sehr über das Nadelbuch freue, gibt es dazu gleich noch ein paar Erinnerungen.  "lach"

Wie lange nähe ich schon? Sehr, sehr lange. Ich habe schon als Kind genäht. Wir hatten im Haus eine Singer Tretmaschine, die wohl aus den 1920er Jahren stammte. Leider existiert diese Maschine nicht mehr. Zunächst war es Kleidung, die ich genäht habe. Patchwork kam erst 1994 dazu. 

Tante Else, unsere Nachbarin, hat sich fast ihre komplette Kleidung genäht. Sie hatte entsprechende Zeitschriften abonniert. Die Neue Mode und später auch die Burda. Manchmal durfte ich darin blättern und ich habe mir auch mal einen Schnitt "ausgeradelt". 

Zu Tante Else, mit der wir nicht verwandt waren, wir waren einfach nur Nachbarn, kann ich auch etwas erzählen. Damals trug man als ordentliche Hausfrau tagsüber noch Schürzen. Und Tante Else kannte man eigentlich immer nur mit einer makellosen weißen Schürze. Ihr Geheimnis: Im Haus hatte sie eine weitere dunkle Schürze für die Putz- und Kocharbeiten darüber, die sie ganz schnell abnahm, wenn an der Haustür geklingelt wurde. 

Meine erste eigene Nähmaschine habe ich Anfang der 60er Jahre gekauft. Eine Adlerette. Und ich hatte lange darauf gespart. Solange meine Oma lebte, bekam ich Taschengeld von ihr. Da ich auch von meinen Eltern Taschengeld bekam und später ja selbst Geld verdiente, habe ich das Geld von Oma jeden Monat auf ein Sparbuch gebracht. Bei Nähmaschinen Philipp gab es diese elektrischen Nähmaschinen und so eine wollte ich haben. Anfangs bekam ich von Oma 20 DM. Das änderte sich später. Als ich geheiratet habe, gab es für mich nur noch die Hälfte, die anderen 10 DM bekam mein Mann. Typisch meine Oma. 

Viele Jahre habe ich auf der Adlerette genäht. 1985 bekam ich dann von meiner Mutter eine Husquarna Optima 150 geschenkt. Diese Maschine ist inzwischen bei meiner Tochter eingezogen. Es hat Vorteile, dass Nicola jetzt die Besitzerin ist. Früher musste ich häufig mal "schnell" an die Nähmaschine, wenn Tochter und Schwiegersohn zu Besuch waren, weil die eine oder andere Naht ausgebessert werden musste und in deren Haushalt nun mal keine Reparatur wegen fehlender Maschine möglich war.  

Nach dem Tod meiner Mutter im Jahr 2000 habe ich mir noch zwei Nähmaschinen gekauft. Eine Pfaff, das war übrigens meine Lieblingsmaschine. Aber leider hatte sie später einen Fehler, der sich nur mit großem Aufwand reparieren lassen kann. Sie steht gut verpackt im Nähzimmer und manchmal denke ich, vielleicht kann man sie doch noch einmal zum Leben erwecken. Und dann ist da noch meine Bernina. Ich muss zugeben, wir beide haben lange gebraucht, bis wir uns angefreundet haben. Ich sags mal so, es ist so etwas wie eine Zweckehe. Es funktioniert, ist aber nicht die wirklich große Liebe. Sie näht ordentlich und das ist das Wichtigste.

Aber nun zurück zu meinem Nadelbuch! 

Liebe Ute, ganz herzlichen Dank für dieses tolle Geschenk. Ich freue mich riesig darüber. Und wer weiß, vielleicht kann ich ja im nächsten Jahr nach Suhl zu den Patchworktagen kommen und lerne dich dann persönlich kennen. Bis dahin besuche ich dich weiterhin auf deinem Blog. 

Macht es gut, behaltet den Überblick und bleibt gesund.  

 

 



 

10 Kommentare:

  1. Das ist wirklich ein tolles Nadelbuch und die Geschichten drum rum auch. Danke dafür!!!!
    LG Eva

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  2. Ein wunderschönes Nadelbuch! Gute Idee, die kleinen Stofffitzel zu verarbeiten!

    Gruß Marion

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  3. hach wie schön
    das ist ein wunderbares Geschenk ..
    kunstvoll gestaltet und so praktisch
    deine Näh (maschinen) Geschichte finde ich
    auch sehr interessant
    meine Mutter hatte eine Pfaff - Tretmachine
    die ist zu einer Tochter gewandert
    ich hatte verschiedene
    weiß gar nicht mehr genau welche
    eine italienische war dabei
    leider ging sie kaputt
    und die Quilt edition ist auch zu einer Tochter gewandert
    jetzt habe ich eine W6 mit der ich aber auch noch nicht warm bin
    dafür nähe ich zu selten
    liebe Grüße
    Rosi

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  4. Hallo Renate,
    ein sehr schönes Nadelbuch. Nun findest du deine Nadeln auf Anhieb.
    Seitdem Umzug liegen meine Nähma Nadeln alle in einer kleinen Schublade, war vorher nicht so.
    Danke auch für deine schöne Erinnerungen. Lese soetwas immer sehr gern.
    Liebe Grüße Manuela

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  5. So ein schönes Nadelbuch habe ich noch nicht gesehen.
    Beste Grüße
    Tina

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  6. Liebe Renate, das ist wirklich ein tolles Nadelbuch und es gibt mir auch eine Idee für eins für meine Maschinennadeln, die auch kunterbunt in der Schublade liegen. Super hat Ute das gemacht! Deine Historie der Nähmaschinen ist auch ganz interessant. Zu Hause hatten wir eine die war damals von Quelle, also keine Marke. Als ich mir selbst eine kaufen konnte, war es auch eine Adler. Die war richtig gut, aber ich musste sie leider in Deutschland zurücklassen. Meine Schwester hat aber jahrelang damit genäht. In USA hab ich eine Singer gekauft, die war auch prima. Ich habe sie noch, aber sie hat auch einen Fehler und ich muss mich mal darum kümmern. Seit 25 Jahren ist nun eine Pfaff bei mir eingezogen und ich bin zufrieden damit.
    Vor Jahren wurde in der Highschool das Handarbeitsfach (Home Economics)gestrichen. (Ein grosser Fehler meiner Meinung nach) und da habe ich zwei Singer Schul-Nähmaschinen für je 10 $ erstanden. Eine schenkte ich meiner Schwiegertochter (die sie laut meiner Enkelin entsorgt hat ....Grrrr!) und eine geht in Zukunft an meine älteste Enkelin wenn sie sie möchte.
    Ich denke, dass es dir jedesmal Freude macht, wenn du das Nadelbuch benützt. Ein wirklich tolles Geschenk von Ute.
    LG Ursula

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  7. Liebe Renate,
    ja, die Nadelbücher, die Ute zaubert, sind ganz wundervoll. Ich darf auch so ein wunderschönes Stück mein eigen nennen, meine Freude war damals genauso groß wie Deine und ich kann Deine Freude darüber so gut nachvollziehen. Dein Beitrag war wieder so herrlich zu lesen, schmunzeln musste ich bei der Geschichte über Tante Else und ihre blütenweiße Schürze.
    Liebe Grüße Viola

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  8. Liebe Renate,
    da kann man Dir ja herzlich gratulieren zu diesem Prachtstück!
    Hier bei mir wohnt auch ein solches Buch von Ute und ich bin sehr glücklich mit ihm. Die Idee mit der Hutnadel ist genial. Seither weiß ich immer, was für eine Nadel in der Maschine ist, ohne mühsam die kleinen Zahlen entziffern zu müssen. So genial!
    Und danke für die schöne Nähgeschichte.
    LG
    Elke

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  9. Liebe Renate,
    das ist ein wirklich sehr passendes Geschenk, wunderschön und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Die Idee mit der Hutnadel ist gut, ich ließ jetzt einfach immer die Nadelpackung neben der Maschine liegen, früher suchte ich auch verzweifelt, welche Nadeln gerade in Betrieb waren ...
    Danke für deinen Bericht, der wieder sehr interessant war; ich mag solche Geschichten, die aus dem Leben gegriffen sind.
    Jetzt wünsche ich dir einen schönen Sonntagabend und eine gute kommende Woche.
    Liebe Grüße, Erna

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  10. Ein interessanter Text, freut mich wenn das Nadelbuch Dir Freude bereitet und als Ordnungshelfer nützlich ist. Die Nadel im Buch vorne benutze ich zum Fäden verstechen, habe beim Nähen immer eine parat. Der blau-lila Streifen vorne+hinten ist übrigens auch von einer Schürze und war Armabschluss.
    Nähmaschinen sind hier auch reichlich zu Hause. Nahezu täglich nutze ich eine Gritzner 6152 mit Oberstofftransport (baugleich Pfaff). Die Maschine ist rein mechanisch und kommt mit regelmäßigem Reinigen und Ölen ohne Wartung aus. Mechaniker sind hier nur noch schwer zu finden.
    Mit einer Bernina habe ich eine Weile geliebäugelt und mich dagegen entschieden. Das spezielle Zubehör ist nicht kompatibel mit dem für Niedrigschaft-Haushaltsnähmaschinen von denen viele hier wohnen. Auch ist es im Rahmen meiner Kursteilnehmer (Gelegenheits-Hobby-Näher) nicht nützlich denn dort sind solche hochwertigen, hochpreisigen Maschinen bisher nicht vertreten.
    LG Ute

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