Weiter geht es mit den Geschichten zu den Büchern.
Die Geschichten für das Buch Nr. 15 (Hagenbeck usw.) gehörten in die Zeit Mitte der 1950er Jahre.
Auch die nächsten drei Bücher haben Urlaubzeiten zum Thema. Geld für große Reisen hatten damals die wenigsten Menschen in der Bundesrepublik. Aber so langsam ging es aufwärts, man konnte sich ein wenig mehr leisten.
Wie schon geschrieben, wir hatten kein Auto. Und so ging es auch den Eltern meiner Freundin. Immerhin hatte Uschis Vater einen Führerschein und ihre Mutter genoss Fahrten in die Umgebung und auch kleinere Reisen. Die Lösung: Es gab Autovermietungen. Man konnte für ein paar Stunden, für einen Tag oder auch für eine Woche ein Auto mieten. Und eine solche Autovermietung gab es ganz bei uns in der Nähe. Beliebt war der VW Käfer.
Ich hatte das große Glück, dass ich oft von den Eltern meiner Freundin mitgenommen wurde. Mal ging es 20 km weiter zum Kaffeetrinken am Mittwochnachmittag. Da hatte Uschis Vater oft frei. Oder ich kann mich an eine Fahrt an den Maschsee in Hannover erinnern. Welch ein Ereignis. Eine Strecke immerhin so an die 100 km.
Es kam noch besser. Uschis Eltern planten eine Woche auf der Insel Norderney. Ein Urlaub an der Nordsee!
Ich denke, es war 1959. Ich war 14 Jahre alt. Uschis Eltern wohnten in einem Hotel. Uschi und ich, wir wurden bei einer Familie untergebracht, die ihre Zimmer privat vermietete. Ein Zimmer mit Waschbecken. So war das damals.
Welch ein Vertrauen man schon damals in uns gesetzt hat! Einmal täglich mussten wir uns bei Uschis Eltern melden, die restliche Zeit konnten wir nach unseren Wünschen verbringen. Wir haben das Vertrauen auch nicht missbraucht.
Eine Woche am Strand verbringen. Herrlich. Uschis Vater hatte uns einen Strandkorb gemietet. Wasser, Sonne, Strand. Guckt euch mal den Buchtitel an. Ist das nicht ein köstliches Bild?
Ein wenig Kultur gab es auch. Ich kann mich an einen Ballett Abend im Kurhaus erinnern. Auch das war ein Ereignis.
Ein Jahr später durfte ich dann wieder für eine Woche mit in die Sommerferien. Da ging es nach Grömitz. In den 1950er und 1960er Jahren reiste man mit kleinem Gepäck. Erstens besaß man noch nicht so viel und zweitens, der Kofferraum im VW war wirklich nicht üppig.
Dann gab es erstmal eine kleine Pause. Und 1963 durften wir ganz allein in den Urlaub fahren. Für alle Jüngeren unter meinen Lerser**innen, zu der Zeit wurde man erst mit 21 Jahren volljährig. Wie gesagt, unsere Eltern haben viel Vertrauen in uns gesetzt. Die Reise ging mit dem Zug nach Berchtesgaden. Eine schöne Zeit mit vielen Wanderungen.
Dann kam die Gründung der Familie. Urlaub war Nebensache. Hausbau war wichtiger. Und erst 1972 konnten wir wieder eine kleine Reise planen. Es ging nach Simonsberg nach Schleswig-Holstein. Da waren wir schon zu viert.
Buch Nr. 18 erinnert mich an das Hotel, in dem wir damals wohnten.
Die Zeit des Käfers war dann auch vorbei.Das Auto wurde deutlich größer. Die Ansprüche wurden es auch. Es war deutlich mehr Gepäck, das wir unterbringen mussten.
Aber aus heutiger Sicht gab es auch da viele Momente, über die ich heute schmunzeln muss. Wir hatten eine Reise nach Österreich geplant und dafür eine Ferienwohnung angemietet. Mit zwei Kindern machte das durchaus Sinn. Trotz guter Planung, es war passiert, die Socken kamen erst in letzter Minute aus der Waschmaschine und noch nicht trocken. Aber für alles findet sich eine Lösung. Ich habe sie einfach hinten auf der Konsole ausgebreitet und bei Würzburg wurden sie gewendet. Bei der Ankunft am Urlaubsort waren sie trocken. Unnötig zu sagen, mein Mann war nicht begeistert.
Nun gut, auch er hatte so seine kleinen Überraschungen für mich. Sparsam, wie er auch heute noch ist, fand er es ratsam, einen kleinen Vorrat an Lebensmitteln mitzunehmen. Nun gut, das eine oder andere Teil können wir ja einpacken. Aber auch am Urlaubsort gibt es alles zu kaufen. Und ich hatte mir auch gedacht, dass gelegentliches Essengehen schön sein könnte. Meine Kinder konnten schon früh mit Messer und Gabel umgehen und hatten gute Tischmanieren. Aber das ist ja alles mit Kosten verbunden. Also gut, einverstanden, einige Lebensmittel können mit.
Aber als mein Mann eine Pappe mit 30 Eiern im Auto verstauen wollte, da habe ich energisch gestreikt. Ich denke, das könnt ihr verstehen. Auf der Fahrt hatte ich mich wieder beruhigt, 1000 mal die Fragen der Kinder beantwortet, wann wir nun endlich da sind und die Socken waren ja auch gewendet und trocken. Alles gut. Das würden schöne Ferien werden. Kurz vor dem Ziel habe ich dann gesagt, dass es doch gut war, die Eier zu den Nachbarn zu bringen .... und, was macht er, der beste aller Ehemänner??? Guckt mich an und sagt: Wieso zu den Nachbarn, da sitzt du drauf. Ich habe die Eier einfach unter den Beifahrersitz geschoben.
Es passiert mir wirklich selten, aber das war so ein Moment. Ich war sprachlos.
In diesem Sinne.
Macht es gut, behaltet den Überblick und bleibt gesund.



Liebe Renate, herrlich sind Deine Geschichten zu den Büchern! Vieles kann ich absolut nachvollziehen, z.B. die Vorbereitungen und Überlegungen zu den Fahrten in den Urlaub. Mir ist es heute auch ein Rätsel, wie meine Eltern mit vier Kindern Campingurlaub gemacht haben. Ohne Wohnwagen oder Anhänger, aber mit voller Ausrüstung.
AntwortenLöschenIch hab alle Deine Berichte gelesen, mich aber leider nicht gemeldet und gelobe deswegen jetzt Besserung, versprochen!
Ganz liebe Grüße an Dich von Katrin
Mein Elternhaus war autolos, mein Vater hat den Führerschein gemacht, da war er schon 50. Wir fuhren mit der Bahn in den Urlaub. Die belgische Küste mit den breiten Sandstränden war mehrfach Ziel, in Belgien zahlten wir Kinder den vollen Fahrpreis und zusätzlich waren da noch die Kosten für die Tram. Meine Mutter kam auf dem Rückweg vom Bahnhof, wo sie die Preise erfragt hatte, am Taxistand vorbei und dachte sich, dass ein Preisvergleich vielleicht interessant sein könnte. Nach ein paar Tagen meldete sich die Zentrale, und die Preise waren identisch! Man bot an, auch ein Anhänger sei im Preis inbegriffen, was aber dankend abgelehnt wurde, wir besaßen ja kein Boot! So fuhren wir mehrfach von Haus zu Haus mit dem Taxi in den Urlaub. Wir Kinder mussten keine schweren Rucksäcke mehr asten, der schwere Koffer mit Bettwäsche und Handtüchern machte keine Mühe, Kinder konnten unterwegs nicht verloren gehen, ...
AntwortenLöschenSo war es bei uns in den 60ern!
AleXa
Liebe Renate,
AntwortenLöschendeine neuen Bücher gefallen mir sehr, vor allem das mit den Fruit Ladies. Die passenden Geschichten zu den Büchern habe ich gerne gelesen.
Herzliche Grüße
Gudrun
Liebe Renate, das hab ich wieder sehr genossen, was du zu deinen Büchern geschrieben hast. Solche Urlaubserlebnisse habe ich leider nicht. Meine Eltern konnten mit 4 Kindern nicht in den Urlaub fahren. Außerdem gab es Oma und Onkel, die zu Hause Versorgung brauchten.Aber ich durfte, wie auch meine Geschwister, ins Ferienlager fahren. Mein erster Urlaub alleine ging nach Rumänien, in die Heimat unseres Vaters, da war ich 17 Jahre alt. Und das war Abenteuer pur. Wäre mal einen Post wert…
AntwortenLöschenLg von Rela
Liebe Renate,
AntwortenLöschendanke für deine schöne Erinnerungen. Schmunzeln musste ich über die Eiergeschichte.
Freue mich auf mehr.
Liebe Grüße Manuela
Liebe Renate,
AntwortenLöschendie Geschichten zu deinen Büchern sind ein Highlight, man kann sich richtig in die Situationen hineinversetzen. Deine Bücher sind wieder sehr passend gewählt, ich freue mich schon auf das Gesamtfoto.
Liebe Grüße, Erna
da hast du sehr schöne Erinnerungen
AntwortenLöschendeine Eltern haben die da wirklich viel Freiheit gelassen
finde ich toll
das mit den Eiern ist ja lustig.. hihi..
wir waren mal am Bodensee zelten
da fuhr mein Vater auch zwischendrin
(er konnte ja umsonst fahren )
nach hause und holte Nachschub aus dem Garten
tolle Stoffe hast du ausgewählt
LG
Rosi