Achtung!!! Der Quilt, der in diesem Post zu sehen ist, ist von mir. Nicht von Amy Pabst. Das Bild dient nur der Aufmerksamkeit.
Das Interesse an Einzelheiten zu den kleinen Quilts von Amy Pabst war groß. Deshalb werde ich mich noch einmal diesem Thema widmen. Und das sehr gerne!
Die Quilts sind auf Papier genäht und zwar auf einem speziellen Papier, das aber
wohl nicht in Deutschland zu bekommen ist. Amy lässt das Papier im
Quilt. Ihre Quilts werden ja auch nicht gewaschen.
Die Stoffstreifen werden größer
zugeschnitten als
erforderlich. Sie achtet darauf, dass der Stoff nicht zu dick ist.
Und sie schneidet immer nur die Menge zu, die sie auch zeitnah
verarbeiten kann. So wird ein eventuelles Ausfransen der Stoffe
zumindest verringert. Ach ja, fast vergessen, sie verarbeitet auch feine
Polyesterstoffe. Und auch Krawatten finden in ihren Quilts Verwendung.
Bei der Maschine wird ein sehr kleiner
Stich eingestellt. Ihr müsst euch einfach vorstellen, wie winzig die
jeweilige "Nähstrecke" ist. Amy näht mit einem durchsichtigen Faden, das
trägt weniger auf. Dass die jeweiligen Stoffstreifen breiter als
erforderlich sind, hatte ich schon erwähnt. Die Nahtzugabe wird später
mit einer Schere zurückgeschnitten. Wenn ich es richtig verstanden habe,
beträgt die NZ dann nicht mehr als 1/8 inch. Das ist auch okay. Es sind
Kunstwerke für die Wand, die sie herstellt und keine Gebrauchsquilts.
Bei den
kleinen 1 Inch Blöcken ist das Ganze so winzig, da kann man den
Block nicht einmal mit der Hand unter dem Nähfuß halten. Es wird
eine Art Ahle, manchmal auch Stiletto genannt, als Hilfsmittel benötigt.
Dann habt ihr noch nach der Größe der
Quilts gefragt. Wenn ich Amy richtig verstanden habe,
dürfen Miniquilts in den USA eine Seitenlänge von 60 cm haben. Da
kann man schon mal gut mit einer Blockgröße von 3 inch arbeiten. Wenn
man aber in England beim United Festival of Quilts in Birmingham einen
Miniaturquilt einreichen möchte, darf die Seitenlänge höchstens 30
cm , also 12 inch betragen.
Was Amy auch noch erwähnt hat, sie spielt
gerne mit den Farben. Sie ordnet sie immer anders an und ist selbst
erstaunt, wie der gleiche Block in unterschiedlichen
Farbzusammenstellungen völlig andere Wirkungen hat.
Achso, vielleicht ist es für euch auch interessant, dass sie am liebsten auf ihrer Singer Featherweight näht.
Noch etwas. Und das finde ich
außerordentlich bedauerlich. Der Quiltmania Verlag (ihr kennt bestimmt auch die schönen Quiltmania Zeitschriften) hatte auch ein Buch mit ihren Kunstwerken herausgebracht. Nachdem Quiltmania Insolvenz anmelden musste, wurden meines Wissens
alle Bücher eingestampft (und nicht nur die von Amy Pabst) und Amy kommt auch nicht mehr an die Dateien. Sie hatte viel Arbeit hineingesteckt. Das ist alles verloren und somit ist eine Neuauflage des Buches bei
einem anderen Verlag nicht möglich.
Sehr sehr schade finde ich das.
Und weil ja ein Post ganz ohne Foto - und von Amys Quilts habe ich nicht mehr gemacht - auch nix ist, gibt es noch ein weiteres Foto von einem meiner Miniquilts.
Der gesamte Quilt hat ca. Postkartengröße. Und an der 1 Euro Münze könnt ihr erkennen, wie groß - äh, wie klein - die einzelnen Teile sind. Es ist mit der Maschine genäht. Aufs Quilten habe ich in diesem Fall verzichtet.
So, ich mache dann mal weiter mit meinen aktuellen Projekten und versuche, den Frust, der heute bei einem Telefonat aufgekommen ist, zu verarbeiten. Ihr wisst es ja, Patchwork ist gut für die Seele, das hat Treny vor Jahren schon erkannt und so hatte sie auch zwei Ausstellungen unter dem Motto organisiert.
Hm, ob auch ein Tall Tales Buch zu dem Thema "Enttäuschungen" einen Platz in meinem Quilt finden sollte? Oder lieber nicht???
Macht es gut, behaltet den Überblick und bleibt gesund.
Liebe Renate, vielen Dank für deine Beschreibung der Arbeitsweise dieser Kunstwerke. Ich kann Amy und dich verstehen, auch ich mag es sehr, in ganz klein zu arbeiten. Und ja, patchen tut der Seele gut. Ich musste heute auch wieder mal Frust weg nähen!!! LG von Rela
AntwortenLöschenLiebe Renate,
AntwortenLöschendanke, dass Du noch mal genauer über die Herstellung der Quilts geschrieben hast.
Und Dein Mini ist ganz wundervoll geworden!
Fliegende Gänse sind sicher ein gutes Startprojekt, wenn man das mal probieren möchte.
Liebe Grüße
Elke
Liebe Renate,
AntwortenLöschenvielleicht solltest Du lieber ein Buch Hoffnung oder Zuversicht nehmen. Enttäuschung ist schon hart genug, das braucht kein Buch, finde ich.
Liebe Grüße
Monika
Ich werde in einem meiner nächsten Posts dazu etwas schreiben. LG Renate
LöschenLiebe Renate, beide Posts ueber die Miniquilts von Amy Pabst waren sehr interessant. In einem Vidoe habe ich gesehen wie sie the Nahtzugaben zurueckschneidet.
AntwortenLöschenQuiltmania wird also nicht mehr erscheinen? Das waere sehr schade. Da muss ich mal mehr darueber googeln.
Aber auch dein Miniquilt ist beachtenswert! Das sind ja auch winzige Teilchen.
Machs gut, den Ueberblick hast du ja ;-))
Ursula
Liebe Renate,
AntwortenLöschenwenn es Dir gut tut, dann verbanne die "Enttäuschung" in ein entsprechendes Buch....
Das wir unsere Seele immer wieder mit Patchwork streicheln dürfen ist auf jeden Fall ein Segen. Ich nutze eine solche kleine Auszeit auch gerne um wieder Kraft und Energie zu tanken. Wenn dabei so schöne Miniquilts wie Deine Flying Geeses entstehen, dann kommt die Zuversicht und Zufriedenheit sicher schnell wieder zurück.
Liebe Grüße Anke